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Chancengarage

VIVA Stiftung
Kassel

Das Projekt

Nicht alle Jugendlichen finden nach der Schule direkt einen Ausbildungsplatz oder eine berufliche Perspektive. Besonders junge Menschen mit Behinderungen, sozialen oder emotionalen Schwierigkeiten sowie Flucht- oder Migrationserfahrungen stehen dabei häufig vor zusätzlichen Herausforderungen.
Die Chancengarage der VIVA Stiftung in Kassel bietet ihnen einen praxisnahen Einstieg in die Arbeitswelt. Seit Anfang 2025 richtet sich das Projekt an Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren, die beim Übergang von der Schule in den Beruf besondere Unterstützung benötigen.
In einer realitätsnahen Werkstatt arbeiten die Teilnehmenden an konkreten Aufträgen: Sie reparieren Fahrräder, Motorräder und andere Fahrzeuge oder übernehmen handwerkliche Aufgaben an Gebäuden der Stiftung. Dabei erwerben sie praktische Fähigkeiten, lernen Verantwortung zu übernehmen und entwickeln eine verlässliche Tages- und Arbeitsstruktur.
Statt theoretischem Unterricht steht das Lernen durch eigenes Handeln im Mittelpunkt. Die Jugendlichen werden individuell pädagogisch begleitet und können ihre Stärken und Interessen entdecken. Klare Tagesabläufe geben Orientierung, während regelmäßige Gespräche helfen, persönliche Fortschritte zu erkennen und berufliche Ziele zu entwickeln.
Praktika und die Zusammenarbeit mit regionalen Handwerksbetrieben ermöglichen zusätzliche Einblicke in die Arbeitswelt. So entstehen konkrete Perspektiven für Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung. Gleichzeitig lernen die Jugendlichen, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen, indem sie Dinge reparieren und instand setzen, statt sie zu ersetzen.

Die Erfolge

Die Chancengarage baut auf einem Konzept auf, das zuvor rund acht Jahre lang als „Vollbock Garage“ an der Georg-Büchner-Schule erprobt wurde. Die positiven Erfahrungen bildeten die Grundlage dafür, das Angebot auf junge Menschen auszuweiten, die nicht mehr schulpflichtig sind.
Bereits in der Schulwerkstatt zeigte sich, dass praktische Arbeit die berufliche und persönliche Entwicklung der Jugendlichen fördern kann. Teilnehmende verbesserten ihre Chancen auf Praktika, Ausbildungsplätze und berufsvorbereitende Maßnahmen. Sie entwickelten mehr Selbstvertrauen, Motivation und Durchhaltevermögen und lernten, ihren Arbeitsalltag verlässlicher zu gestalten.
Die Chancengarage erreicht nach eigenen Angaben rund 25 Jugendliche pro Jahr. Regionale Handwerksbetriebe bieten Praktikums- und Erprobungsplätze an und unterstützen den Übergang in Ausbildung und Beschäftigung. Die Rückmeldungen der beteiligten Unternehmen sind durchweg positiv.
Neben den beruflichen Fortschritten stärkt das Projekt auch die soziale Teilhabe. Gemeinsame Arbeit, klare Aufgaben und echte Verantwortung helfen den Jugendlichen, Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu gewinnen und neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

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