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Sprungbrett

Das Rauhe Haus
Hamburg

Das Projekt

Für junge Menschen mit psychischen Erkrankungen kann der Übergang ins Erwachsenen- und Berufsleben eine große Herausforderung sein. Manchmal sind es zunächst ganz alltägliche Dinge, die schwerfallen: das Haus verlassen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Termine wahrnehmen oder mit anderen Menschen in Kontakt kommen. An eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz ist dann oft noch nicht zu denken.
Hier setzt das Projekt Sprungbrett des Rauhen Hauses in Hamburg an. Seit Januar 2024 begleitet es junge Menschen zwischen etwa 16 und 25 Jahren dabei, ihren Alltag zu gestalten, eigene Stärken zu entdecken und schrittweise berufliche Perspektiven zu entwickeln. Ziel ist der Einstieg in Arbeit oder Beschäftigung, beispielsweise über eine Ausbildung, einen Nebenjob, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme.
Die Jobcoaches aus der sozialen Arbeit richten ihre Unterstützung konsequent nach den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmenden aus. Wer sich anfangs noch nicht zutraut, ins Projektbüro zu kommen, kann zu Hause besucht oder auf dem Weg dorthin begleitet werden. Auch während längerer Klinikaufenthalte bleibt der Kontakt bestehen. Feste zeitliche Vorgaben gibt es nicht.
Neben Einzelgesprächen finden zweimal wöchentlich Workshops in kleinen Gruppen mit vier bis acht Teilnehmenden statt. Dabei geht es unter anderem um Berufsorientierung, Bewerbungen, Zeitmanagement, persönliche Stärken und den Umgang mit psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz. Kreative Angebote und eine Spielegruppe ergänzen das Programm. Die jungen Menschen entscheiden selbst mit, welche Angebote sie nutzen und welche Ziele sie als Nächstes angehen möchten.

Die Erfolge

Seit dem Projektstart hat Sprungbrett bereits mehr als 70 junge Menschen erreicht. Zum Zeitpunkt der Bewerbung für den Side by Side Pries 2026 wurden 25 Teilnehmende begleitet.
Einige haben inzwischen den Einstieg in Arbeit oder Beschäftigung geschafft – etwa durch eine Ausbildung, ein Studium, einen Minijob, ein Ehrenamt oder eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme. Andere konnten mit Unterstützung des Teams in eine eigene Wohnung oder Wohngemeinschaft ziehen oder eine längerfristige Assistenz organisieren.
Besonders wichtig sind aber auch die Fortschritte, die sich nicht unmittelbar in beruflichen Abschlüssen oder Arbeitsverträgen messen lassen. Junge Menschen, die über Monate oder sogar Jahre kaum noch eine Tagesstruktur hatten, verlassen wieder regelmäßig das Haus und nehmen Termine wahr. Andere fahren inzwischen selbstständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln, obwohl sie sich das zuvor nicht zugetraut hätten.
Teilnehmende haben durch Sprungbrett neue Freundschaften geschlossen und soziale Kontakte aufgebaut. Manche besuchen nach Jahren erstmals wieder einen Weihnachtsmarkt oder ein Museum oder trauen sich, in der Öffentlichkeit essen zu gehen.
Diese Entwicklungen zeigen, wie vielfältig der Weg in Arbeit und Beschäftigung sein kann. Sprungbrett schafft dafür einen geschützten Rahmen, in dem junge Menschen Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewinnen, selbstständiger werden und in ihrem eigenen Tempo neue Perspektiven entwickeln.

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